Sappie

Du schlägst Dein Brennholz selbst und suchst ein Werkzeug zur Unterstützung? Dann benötigst Du ein Sappie! Das urzeitlich anmutende Werkzeug ist äußerst hilfreich, wenn es darum geht, Stämme oder größere Holzstücke mit wenig Kraftaufwand zu bewegen. Aber auch andere Arbeiten können mit dem Sappie bewerkstelligt werden. Was, wie und warum haben wir hinterfragt und die Infos für dich gebündelt.

Was ist ein Sappie?

Ein typisches Sappie mit Stiel, Stahlkopf und auffälligem Dorn.

Ein typisches Sappie mit Stiel, Stahlkopf und auffälligem Dorn.

Ursprünglich kommt der Begriff Sappie aus dem Italienischen. Dort meint man mit „zappa“ die Hacke. Per Umweg über die französischen Sappeure gelangte der Begriff im 19. Jahrhundert nach Deutschland. Die Sappeure waren Teil der Militärgruppen. Bei ihren Märschen führten sie das Werkzeug mit sich.
Das Sappie (auch Sappel, Sappl oder Zapin) ist im Grunde sehr einfach aufgebaut, kann aber viel bewirken. Es besteht aus einem Stiel, an dem an einem Ende ein Griff, am anderen ein Stahlkopf angebracht ist. Der Kopf hat in etwa die Form eines Hammers und läuft nach vorn mit leicht gekrümmter Spitze – dem sogenannten Dorn – aus. Je nach Ausführung kann der Rücken des Kopfes glatt oder – ähnlich einer Säge – mit Zähnen versehen sein.

Wozu benötige ich ein Sappie?

Mit einem Sappie kannst du Stämme oder große Holzscheite kraft- und rückenschonend bewegen. Ob du sie wenden, ziehen oder drehen möchtest, ist gleich. Mit einem Sappie hast du immer einen guten Helfer an der Seite. Besonders für die weitere Verarbeitung, zum Beispiel mit dem Holzspalter, ist der Transport der großen Stücke mit dem Sappie sehr bequem.

Wie arbeite ich korrekt mit einem Sappie?

Die Arbeit mit einem Sappie ist so einfach wie sein Aufbau. Du greifst zum sicheren Führen den Griff und schlägst den Dorn mit Schwung in die gewünschte Stelle des Holzes. Der Dorn bleibt stecken und du kannst nun auch große Lasten recht einfach vom Fleck bewegen. Kürzere Hölzer können mit Hilfe des Sappies auch getragen werden. Einmal ins Hirnholz geschlagen, steckt der Dorn und kann als Verlängerung deines Armes die Last von unten stützen.

Wichtig ist, dass du sicher im Führen des Sappies bist. Gute Vorbereitung kann bei der Arbeit mit dem Sappie nicht schaden. Um später sicher im Umgang zu sein, sind Trockenübungen eine gute Idee. Nichts ist schlimmer, als bei der Arbeit einen Unfall zu erleiden, weil man nicht geübt genug mit seinem Werkzeug ist.

Worauf muss ich beim Kauf eines Sappies achten?

Am wichtigsten sind deine körperlichen Voraussetzungen. Sappies gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. So kannst du für dich zu allererst zwischen Handsappie und Sappie entscheiden.

Ein Handsappie ist mit bis zu 80 Zentimetern Länge eher für kleinere Arbeiten gedacht.

Ein Handsappie ist mit bis zu 80 Zentimetern Länge eher für kleinere Arbeiten gedacht.

Das Handsappie ist – wie der Name schon vermuten lässt – für kleinere Arbeiten gedacht. Mit einer Stiellänge von etwa 30 – 80 Zentimetern ist es gut lenkbar. Der Kopf ist mit maximalen 600 Gramm recht leicht. Er hat aber noch genug Gewicht, um eine gute Schlagkraft zu erreichen.

Ein „normaler“ Sappie ist mit einem deutlich schwereren Kopf versehen. Zwischen 1.100 und 1.300 Gramm Gewicht bringt er auf die Waage. Die Länge des Stieles beträgt etwa einen Meter. Je nach dem, aus welchem Material er gefertigt ist, bringt der Sappie ein gewisses Grundgewicht mit sich. Damit erreichst du beim Schlag eine deutlich höhere Kraft.

Generell gilt, dass mit wachsender Größe der zu bewegenden Stämme auch das Werkzeug größer gewählt werden sollte. Für die optimale Länge des Stieles ist deine Körpergröße das Maß der Dinge. Wenn du einen am Boden liegenden Stamm mit Hilfe des Sappies bewegen möchtest, sollte dir dein Werkzeug einen aufrechten Stand bei der Arbeit ermöglichen.

Was ist besser – ein Holz- oder Metallsappie?

Früher bestand der Stiel des Sappies aus langlebigem Holz. Heute gibt es das Werkzeug auch in der Metall-Variante. In diesem Fall ist der Stiel aus Aluminium gefertigt. Welche Ausführung du bevorzugst, hängt von deinen Vorlieben ab.

Während der Sappie aus Holz griffiger und wärmer in der Oberfläche ist, bietet auch die Variante aus Metall Vorteile. So ist das Werkzeug langlebiger und sehr stabil. Auch in Sachen Gewicht punktet ein Sappie aus Aluminium. Etwa 500 Gramm leichter ist ein Stiel von 50 Zentimetern Länge im Vergleich zur Ausführung in Holz. Das kann auf einen Arbeitstag ein erheblicher Unterschied sein.

Gibt es verschiedene Varianten des Sappies?

Ja, die gibt es. Je nach Einsatz ist bei verschiedenen Ausführungen der Kopf entsprechend gefertigt. Normaler Standard ist der Stahlkopf mit gebogenem Dorn und abgeflachtem Rücken. Hiermit kannst du sehr gut im Forst arbeiten, solange du es mit normalem Holz bei normalem Wetter zu tun hast.

Eine erweiterte Variante ist die Zahnung der Oberseite des Dorns. Die Zähne sorgen dafür, dass der Sappie sich im Holz verbeißt. Damit kannst du auch große Lasten bewegen, dein Sappie hält fest. Ist die Zahnung über den gesamten Rücken des Kopfes gezogen, kannst du die Spitze in das zu bewegende Holz treiben und den Rücken des Sappies an einem anderen Holz fixieren. Dadurch erzielst du maximale Hebelwirkung, ohne dass etwas ins Rutschen kommt.

Auch zusätzliche Funktionen können durch einen entsprechend ausgestatteten Kopf realisiert werden. Bei der Standard-Ausführung kannst du zum Beispiel dein Sappi umdrehen und als Hammer nutzen. Aber auch eine rückseitige Ausarbeitung als Beil ist im Handel erhältlich.
Eine besondere – und die frühere Form – des Sappies ist das Griesbeil. Es wird genutzt, um Schichtholz auszusortieren und aufzuschichten. Im Gegensatz zum Sappie besteht der Kopf am Ende des etwa 1,5 Meter langen Stieles aus zwei senkrecht aufeinander stehenden Dornen. Sie sind jeweils etwa 10 Zentimeter lang und besitzen eine schräg verlaufende Schneide. Der waagerechte Dorn wird zum Heranziehen des Holzes, der senkrechte zum Einstoßen und Aufschichten genutzt.

Muss ich bei der Arbeit mit einem Sappie Sicherheitsvorkehrungen treffen?

Wie immer bei Forstarbeiten gilt auch beim Sappie – Vorsicht ist das höchste Gebot! Versichere dich vor Beginn der Arbeit, ob dein Sappie in einwandfreien Zustand ist. Griff und Kopf müssen absolut fest am Stiel sitzen.
Auch wenn du geübt im Umgang mit dem Sappie bist, kannst auch du einmal daneben schlagen. Besonders die Schienbeine sind dann gefährdet. Achte also darauf, einen entsprechenden Schutz anzulegen. Handschuhe und Helm sollten ohnehin bei der Forstarbeit nicht fehlen.

Fazit

Mit einem Sappie bewältigst du einfache Rück- und Räumarbeiten im Forst auf die bequeme Art. Das einfach gehaltene Werkzeug unterstützt dich auf unkomplizierte Art. Durch sein geringes Gewicht ist es leicht mitzunehmen und nimmt nicht viel Platz weg.