Holzspalter stehend

In diesem Artikel stellen wir den Holzspalter stehend (auch Vertikalspalter oder stehender Holzspalter genannt) genauer vor, gehen auf seine Funktionsweise sowie Vor- und Nachteile ein und erklären ob sich ein solches Modell für dich eignet.

Wie funktioniert ein Holzspalter stehend?

Holzspalter stehend

Ein stehender Holzspalter ist kraftvoller, platzsparender – aber in der Regel auch teurer in der Anschaffung.

Die Funktionsweise ist bei beiden stehenden wie liegenden Holzspaltern grundsätzlich gleich. Durch hydraulischen Druck – erzeugt durch Elektromotoren oder bei Waldarbeiten auch durch Verbrennungsmotoren – wird ein Spaltkeil längs in das Rundholz getrieben. Dadurch zerbricht das Holz in zwei Teile. Ein Holzspalter stehend besitzt meistens sogar ein zusätzlich aufsteckbares Spaltkreuz, wodurch mit einem Arbeitsgang gleich vier Spaltstücke entstehen. Dies kann den Zeitaufwand natürlich erheblich reduzieren.

Arbeit an einem Holzspalter stehend

Während beim waagerechten Holzspalter das Rundholz auf die Arbeitsfläche gehoben werden muss, wird bei einem Holzspalter stehend das Holz angekippt und an einem Ende auf die Arbeitsfläche gehebelt. Dies bedeutet einen deutlich geringeren Kraftaufwand. So ist es nach unserer Meinung möglich, dass auch größere Durchmesser und Längen von einer Person gehandhabt werden können.
Am stehenden Holzspalter positionierst du dich du während der Arbeit rückenschonend aufrecht, beim waagerechten Holzspalter meistens in gebückter Haltung (ein Vorteil besonders bei längerem Arbeiten).

Welche Spaltlänge hat ein Holzspalter stehend?

Holzspalter Güde Basic 6T/W - Spalttisch

Ein Holzspalter stehend ist für Kurz- wie Langholz gleichermaßen gut geeignet.

Spaltlängen bis zu einem Meter sind die Regel. Wir sind aber der Meinung, dass diese maximale Länge bei manchen Fabrikaten unrealistisch ist. Mehrfach mussten wir in unseren Tests erfahren, dass der Spaltkeil bei dieser Länge festklemmte.

Dieses Manko dürfte für die Praxis aber eher unbedeutend sein, denn wer braucht schon Holzscheite von einem Meter Länge? Nichtsdestotrotz ist es richtig, dass auch Holzstämme von deutlich mehr als einem Meter für den Holzspalter stehend kein Problem darstellen. Hierin liegt ein Vorteil gegenüber waagerechten Holzspaltern, die meistens nur 50 Zentimeter lange Stücke bearbeiten können. Aber natürlich ist auch ein Vertikalspalter limitiert durch seine Bauweise: Bei Pfählen und richtig langen Zaunslatten von über 2 Metern wirst du auf Grenzen stoßen, da die maximale Arbeitshöhe irgendwann erreicht ist.

Tipps zur Spaltgeschwindigkeit: Bei größeren Spaltlängen, wie beim Holzspalter stehend üblich, muss der Keil nach getaner Arbeit auch wieder in die Ausgangsposition zurückfahren. Hier zeigen sich nach unseren Tests deutliche Fabrikatsunterschiede. Hierauf zu achten lohnt sich für dich, denn kurze Rückholzeiten bedeuten auch geringere Leerzeiten.

Holzspalter stehend für „schwierige“ Hölzer

Hartholz, knorriges Holz, Stämme mit Seitenästen und besonders nasses Holz lassen sich generell deutlich schlechter spalten. Hierzu bedarf es eines hohen Drucks und damit stärkerer Motoren und eines massiven Gestells. Vertikalspalter zeigen diese Eigenschaften. In Zahlen ausgedrückt: Sie arbeiten mit einem beachtlichen Druck von 7 bis 30 Tonnen. Waagerechte Holzspalter spalten mit höchstens 5 Tonnen.

Welchen Stromanschluss benötigt ein stehender Holzspalter?

Holzspalter Scheppach HL800e - Starkstromanschluss

Die meisten Holzspalter stehend werden über einen 400Volt Starkstromanschluss betrieben.

Mit zunehmendem Kraftaufwand muss auch die Motorleistung ansteigen. Die Holzspalter stehend arbeiten deswegen mit Motorleistungen von mindestens 3.000 Watt und sind mit leistungsstarken Drehstrommotoren ausgerüstet, die in vielen Fällen eine 380 Volt Starkstromsteckdose erfordern (für unsere Tests ein maßgebliches Entscheidungskriterium). Die meisten waagerechten Holzspalter hingegen kann man flexibel an jede 220 Volt Steckdose anschließen.

Wie transportiert man einen stehenden Holzspalter?

Holzspalter Atika ASP 8N - Bereifung

Der 109kg schwere Atika Holzspalter lässt sich im Test dank solider Bereifung angenehm schieben und bewegen.

Vertikale Holzspalter sind aus oben genannten Gründen stabil und schwer gebaut. Alle unsere Testkandidaten wiegen mindestens 100 Kilogramm. Zum Versetzen schiebst du sie wie eine Sackkarre (Tipp: achte beim Kauf auf große und stabile Räder, sie erleichtern den Transport besonders bei unbefestigtem Untergrund). Zum Vergleich: Waagerechte Holzspalter wiegen selten mehr als 50 Kilogramm, kommen mit ihrem eigenen Untergestell oder können alternativ auf Transportwagen gehoben werden.

Außerdem solltest du bedenken, dass die Vertikalspalter zwar weniger Grundfläche benötigen als die waagerechte Variante, andererseits brauchen sie eine größere Höhe zwischen ca. 1,50 und 1,80 Metern. Du solltest also den Abstell- als auch den Arbeitsplatz mit in die Kaufentscheidung einbeziehen.

Welche Sicherheitsfunktionen sollte ein Holzspalter stehend besitzen?

In Deutschland produzierte stehende Holzspalter werden nur mit Zweihandbedienung ausgeliefert. Beide Hände betätigen dabei gleichzeitig seitliche Schalter, so dass keine Hand in die Gefahrenzone kommen kann. Sollte einer dieser Schalter nicht gedrückt sein, so fährt der Spaltkeil automatisch wieder in seien Ausgangsposition zurück. Zusätzlich sollten die Hände noch durch Griffmulden geschützt sein. Ausländische Fabrikate verfügen nicht immer über diese Standards.

Scheppach Holzspalter HL800e - Greitfzange

Mit der feinjustierbaren Greifzange kannst du auch klobiges Holz fachgerecht spalten.

Achte beim Kauf zusätzlich auf spritzwassergeschützte Kabelanschlüsse und Schalter mit VDE-Zertifizierung.

Viele Holzspalter stehend haben Seitenstützen, damit die Spalthälften nicht zur Seite kippen und Personen verletzten können. Dies ist zusätzlich ein Vorteil beim mehrfachen Spalten eines größeren Holzstückes, da die Keile nicht wie beim waagerechten Typ wieder von der Erde aufgehoben werden müssen, sondern im Gerät verbleiben. Schnelles Auflesen oder gar eine direkte Weiterverarbeitung ist somit möglich.

Tipps zur Sicherheit: Bring in Erfahrung, ob dein Holzspalter stehend über einen Überlastschutz verfügt. Dieser wird relevant, falls der Spaltkeil doch einmal verklemmen sollte. Eine Überhitzung der Maschine wird mit dieser Sicherheitsfunktion ausgeschlossen.

Was kostet ein Holzspalter stehend?

Für Einstiegsmodelle stehender Holzspalter zahlst du ab 500 Euro – bei Geräten für den gewerblichen Einsatz auch mehrere tausend Euro.
Waagerechte Holzspalter werden im Fachhandel zwischen 100 und 300 Euro angeboten.

Für wen lohnt sich ein Holzspalter stehend?

Unser zapfwellenbetriebener Holzspalter angeschlossen am Traktor.

Ein zapfwellenbetriebener stehender Holzspalter im professionellen Forstbetrieb.

Wir haben gerade von sehr leistungsstarken Maschinen gesprochen, die mit über 100 Kilogramm gerade so zu bewegen sind und meist mit Verbrennungs- und Starkstrommotoren arbeiten. Das lässt Rückschlüsse auf eine professionelle Zielgruppe zu. In der Tat wird ein Holzspalter stehend häufig in Forst- und Landwirtschaftsbetrieben eingesetzt. Aber auch in der holzverarbeitenden Industrie findet er Anwendung. Im häuslichen Bereich könnte er für dich interessant sein, wenn du viel oder besonders hartes Holz spalten möchtest.

Zusammenfassung:

Stehende Holzspalter sind robust gebaut, arbeiten mit deutlich höherem Druck und können auch knorriges und nasses Holz verarbeiten. Stammlängen bis zu einem Meter sind möglich. Die Arbeit erfolgt rückenschonend im Stehen, das Einbringen des Holzes ist leichter als bei den waagerechten Verwandten. Nachteilig sind der höhere Anschaffungspreis und eventuell der Anschluss an eine Starkstromsteckdose mit 380 Volt. Waagerechte Spalter können mit ihren ca. 50 Kilogramm leicht transportiert werden, wogegen Vertikalspalter ab 100 Kilogramm wiegen und wie eine Sackkarre geschoben werden.

Zusammengefasst lässt sich ein Holzspalter stehend folgendermaßen definieren:

Funktionsweise: Der Spaltkeil fährt senkrecht durch den stehenden Holzstamm und spaltet ihn
Auswurf: Es erfolgt kein direkter Auswurf. Das Holz verbleibt meist in den Haltzangen und kann weiterverarbeitet werden
körperlicher Aufwand: der Stamm wird senkrecht auf den Spalttisch gestellt (ggf. mit Kettenzügen). Moderater Aufwand.
Holzlänge: Kurz- und Langholz lassen sich gleichermaßen bearbeiten
Gewicht: Das Gewicht ist mit über 100 Kilogramm erheblich schwerer als bei liegenden Holzspaltern
Spaltleistung: Gegenüber liegenden Holzspaltern ist ein Holzspalter stehend leistungsstärker und bringt eine Spaltkraft von 7 bis über 30 Tonnen an den Tag
Zielgruppe: Eher für professionelle Holzbetriebe, Land- oder Forstwirtschaften geeignet
Preis: Ein Holzspalter stehend kostet ab 500 EUR. Professionelle Geräte sind mit vierstelligen Anschaffungskosten verbunden
Tipps: Der Platzbedarf in der Fläche ist niedrig, dafür solltest du für ausreichend Arbeitshöhe sorgen

Empfehlungen für Holzspalter stehend

Im Laufe der vergangenen Jahre haben wir etliche stehende Holzspalter ganz genau getestet und kritisch bewertet (» zu unseren Testberichten für stehende Holzspalter). Im Folgenden haben wir dir eine Empfehlung für 3 besonders herausstechende Maschinen zusammengestellt.

Atika ASP 8 N

  • Fazit: Hier bekommst du genügend Spaltkraft für dein Geld.
  • 3.000W Motorleistung
  • 8t Spaltdruck
  • 500mm Spalthub
  • 1050mm Spaltgutlänge
  • 109kg Gewicht

Güde DHH 1050/8T

  • Fazit: Guter stehender Holzspalter für die Kaminholzherstellung.
  • 3.500W Motorleistung
  • 8t Spaltdruck
  • 515mm Spalthub
  • 1040mm Spaltgutlänge
  • 108kg Gewicht

Scheppach HL1200

  • Fazit: Schnelle Powermaschine - besonders für größere Holzmengen geeignet.
  • 4.100W Motorleistung
  • 12t Spaltdruck
  • 550mm Spalthub
  • 1380mm Spaltgutlänge
  • 207kg Gewicht