Fällheber

Wenn du dein Brennholz selbst schlägst, ist ein Fällheber ein nützliches Werkzeug um dir die Arbeit entscheidend zu erleichtern! Rund um dieses Hilfsmittel gibt es eine Menge Tipps und Wissenswertes. Wir haben uns schlau gemacht und die wichtigsten Infos für dich zusammengestellt.

Was ist ein Fällheber?

Ein klassischer Fällheber mit Wendehaken.

Ein klassischer Fällheber mit Wendehaken.

Ein Fällheber an deiner Seite kann dir die Arbeit im Forst erheblich erleichtern. Bei dem Werkzeug, das auch unter der Bezeichnung Fällhebel bekannt ist, ist der Name wortwörtlich Programm.

Optisch erinnert der Fällheber an einen langen Hebel mit abgekippter Schaufel am Ende. Für den guten Halt sind Griffe gegenüber angebracht. Häufig ist ein sogenannter Wendehaken mit am Gerät verbaut. Dazu später mehr.

Der Fällheber dient dazu, mit geringem Kraftaufwand große Lasten zu bewegen. Daher ist das Spezialwerkzeug in einem Stück aus robustem Stahl gefertigt. Für die optimale Hebelwirkung sind Ausführungen von ca. 80 – 130 Zentimetern im Handel und Fachmärkten erhältlich.

Wozu kann ein Fällheber verwendet werden?

Der Fällheber kann beim Fällen eines Baumes den Einsatz von Fallkeilen komplett übernehmen. Mit seiner Hilfe kannst du nach entsprechender Vorarbeit die Fallrichtung des Baumes bestimmen und ihn entsprechend kippen.

Im Gegensatz zu Fallkeilen ist die Arbeit mit dem Fällheber bedeutend einfacher und sicherer. Mit seiner Länge von etwa 80 – 130 Zentimetern erzielt er eine erhebliche Hebelwirkung. Damit werden große Widerstände schnell gebrochen und dein Rücken geschont.

Limitierungen im Einsatz: Bitte beachte bei der Wahl des Baumes, dass der Fällheber nur für Bäume bis zu einem Brusthöhendurchmesser von 25 Zentimetern eingesetzt werden können. Der Brusthöhendurchmesser ist der Durchmesser in 1,3 Metern Höhe über dem Boden. Das entspricht ungefähr der Länge des Fällhebers.

Nebenbei kann das Gerät – bei integrierten Wendehaken – auch als Wende- oder Tragehilfe und zum Zurechtrücken gefällter Stämme eingesetzt werden. Festsitzende Bäume kannst du durch gezieltes Packen freirütteln.

Während unserer Holzspalter Tests haben wir auch festgestellt, dass ein Fällheber gut geeignet ist, um kleinere Stämme korrekt auf den Spalttisch zu platzieren.

Kurz gesagt ist ein Fällheber immer dann gefragt, wenn es gilt, Stämme fest zu packen und zu bewegen. Ein regelrechtes Universalwerkzeug.

Wie du richtig mit einem Fällheber umgehst

Die korrekte Anwendung eines Fällhebers am Baumstamm.[/caption] Wie gewohnt sägst du zuerst die Fallkerb in den Baum und legst so die Fallrichtung fest. Dann setzt du auf der gegenüberliegenden Seite des Stammes den ersten Fällschnitt. Beachte, dass du diesen Schnitt nur zu 2/3 ausführst. In die entstandene Öffnung gehört nun die Schaufel des Fällhebers.

Ist sie platziert, setze den zweiten Fällschnitt unterhalb der Schaufel und führe auch das letzte Drittel des Schnittes durch. Achte auf genügend Abstand zwischen den Schnitten, um nicht mit der Säge an den Fällheber zu stoßen!

Nun kannst du den Fällheber greifen und den Stamm über die Bruchleiste in die gewünschte Richtung drücken. Die körperliche Anstrengung reduziert sich durch die Hebelwirkung erheblich.

Die korrekte Anwendung eines Fällhebers am Baumstamm.

Welche Arten von Fällhebern gibt es?

Im Grunde sind alle Fällheber gleich aufgebaut. Unterschiede findest du bei genauerem Hinschauen. So sind zwar alle aus massivem Stahl und in einem Stück gefertigt, weisen jedoch verschiedene Längen auf. Auch das am Ende befindliche Schaufelblatt variiert bei den Modellen.

Als Faustregel gilt – je größer das Werkzeug, desto größere Stämme können damit bearbeitet werden. Je nach Modell ist ein Wendehaken am Fällheber integriert. Entscheide du, ob du diesen benötigst oder nicht.

Beachten solltest du, dass ein Fällheber für die Arbeit an einem Stamm mit einem größeren Durchmesser als 25 cm in Brusthöhe nicht mehr geeignet ist.

Eine Ausnahme von der Regel stellt der hydraulische Fällheber dar. Das Gerät ist optisch nicht mit einem Standard-Fällheber vergleichbar und verfügt über eine wesentlich höhere Kraft. Mit ihm ist die Bearbeitung dickerer Stämme natürlich möglich.

Sind im Umgang mit einem Fällheber Sicherheitsvorkehrungen zu treffen?
Kurz gesagt – ja! Wie bei jeder Arbeit im Forst ist auch der Umgang mit einem Fällheber nicht ungefährlich. Besonders zu beachten ist, dass die Säge nicht in deren Nähe kommen sollte. Das Auftreffen der Sägeblätter kann nicht nur dein Werkzeug nachhaltig schädigen, es kann auch dazu führen, dass Sägezähne brechen und herumfliegen. Neben der Möglichkeit, dir den Arm zu stauchen, ist also auch die Gefahr gegeben, dass dich umherfliegendes Metall empfindlich trifft.

Sorge also bei der Arbeit immer dafür, dass du die entsprechende Schutzkleidung trägst. Lass dir Zeit für die Planung und Ausführung der Fällarbeiten. Sollte doch einmal etwas schief gehen, rette dich schnell aus der Gefahrenzone. Denk daran, dass alles ersetzbar ist – außer deine Gesundheit!

Welche Vor- und Nachteile bietet ein Fällheber?

Durch die Hebelwirkung eines Fällhebers ergibt sich ein deutlich reduzierter Kraftaufwand.

Durch die Hebelwirkung eines Fällhebers ergibt sich ein deutlich reduzierter Kraftaufwand.

Die Arbeit mit einem Fällhebel hat mehr als nur einen Vorteil gegenüber der Anwendung der üblichen Fällkeile. Zum einen ist die Präzision, mit der die Fallrichtung beeinflusst werden kann, erheblich. Zum anderen ist sowohl das Anbringen des Fällhebers unkomplizierter als auch der notwendige Kraftaufwand bei seiner Verwendung deutlich geringer.

Obendrein bietet der Fällheber noch weitere Möglichkeiten zur Verwendung. Ob als Tragehilfe, Unterstützung beim Wenden, oder zum Freirütteln verhakter Kronen – mit dem Fällheber sind all diese Aufgaben lösbar.

Nachteile lassen sich aus unserer Sicht kaum feststellen.

Was solltest du beim Kauf eines Fällhebers beachten?

Wie bei jedem guten Werkzeug gilt auch hier der Grundsatz – spare nicht am falschen Ende!

Achte beim Kauf des Fällhebers auf qualitativ hochwertige Verarbeitung. Um den entstehenden Kräften zu trotzen, muss er aus hochwertigen Stahl bestehen.

Das macht sich natürlich beim Gewicht des Werkzeuges bemerkbar. So wiegen Fällheber von etwa 80 Zentimetern Länge im Schnitt etwa 1,5 Kilogramm. Bei gleichem Modell kann das Gewicht in der Ausführung von 130 Zentimetern schnell 2 Kilogramm höher sein.

Die Länge des Werkzeuges ist zum einen entscheidend für sein Gewicht, bestimmt aber auch die Hebelwirkung. Grundsätzlich gilt: Je länger der Hebel, desto geringer der Kraftaufwand beim Kippen des Baumes. Jedoch solltest du deine eigene Körpergröße bei der Werkzeugwahl nicht vernachlässigen. Für groß gewachsene Personen eignet sich die 130 Zentimeter lange Ausführung des Fällhebers. Kleinere Personen werden eher keine Freude am großen Hebel haben. Bedenke, dass du bei einem kürzeren Fällheber auch erheblich Gewicht einsparen kannst.

Zu guter Letzt sollten beim Kauf auch sicherheitsrelevante Merkmale ausschlaggebend sein. Neben einem gut verarbeiteten, sicheren Griff solltest du auch auf ein vorhandenes Prüfsiegel an deinem neuen Fällheber achten.

Wenn du nicht sicher bist, wie du dich entscheiden sollst, kaufe deinen Fällheber persönlich vor Ort. So siehst du, welches Werkzeug am besten zu dir passt.

Holzspalter zur professionellen Weiterverarbeitung: Für die Weiterverarbeitung der gefällten Stämme empfehlen wir nicht nur eine Motorsäge, sondern auch unter Umständen einen professionellen Holzspalter. Wir haben in diesem Ratgeber einige Modelle genau getestet. Schau Dir doch mal unser Holzspalter-Ranking an.

Fazit

Für Fäll-, Wende-, und Tragearbeiten im Wald ist ein Fällheber das optimale Werkzeug. Mit nur einem Gerät hast du verschiedene Einsatzmöglichkeiten abgedeckt. Mit geringem Kraftaufwand kannst du dein Brennholz selbst schlagen und bewegen.